Dobbrikow und seine Geschichte Teil (8)

Reformation im Fläming

Reformatin im Fläming – Tetzel Truhe

Reformation im Fläming

Das Mittelalter neigte sich nun langsam dem Ende zu. Die herrschende Frömmigkeit mit Buße und Fasten wurde abgelöst durch neuere Vorstellungen. Auch in unserem kleinen Gebiet des Flämings zeigte sich, wenn auch am Rande, diese Zeit.

Johann Tetzel, der Mönch, der Luther erst mit seinen Ablasspredigten auf die Idee seiner 95 Thesen brachte, trieb sein Geschäft von Jüterbog aus.
Viele Wittenberger überschritten die sächsische – brandenburgische Grenze um ihr Seelenheil mit Hilfe der Ablasszahlungen zu erreichen. Etliche dieser Stellen aus der reformatorischen Zeit kann man bei einer Rundfahrt im südlichen Kreisgebiet erreichen. Bei einer 7 tägigen Fastenzeit in Dobbrikow ist die dieser Ausflug mit dabei.

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Dobbrikow und seine Geschichte Teil (7)

Dobbrikow und seine Geschichte Klosterfasten Lehnin

Kloster Lehnin

Dobbrikow und seine Geschichte  in der näheren Umgebung 
Im Landkreis Teltow-Fläming, im weiteren Bereich von Potsdam, liegt das Kloster Alexanderdorf, die Benediktinerinnen-Abtei St- Gertrud.
Das Kloster gehört nicht wie die bisher besprochenen Abteien zu den mittelalterlichen Klöstern, die wir bisher erwähnt hatten, sondern ist eine noch nicht einmal 100 Jahre alte Einrichtung, die in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg entstanden ist.

Dieses Kloster ist Ausgangspunkt unserer kleineren Fastenwanderungen in der Mark Brandenburg. Die wiesen- und bewaldungsreiche Umgebung bietet etlich Wanderwege, z.B einen Klosterrundweg und einen Weg zum Naturschutzgebiet am Schulzensee.

Aber warum sind wir jetzt schon beim Wandern? Wir waren doch in den letzten Artikeln erst im Mittelalter angekommen. Jedoch vielleicht fällt uns dabei etwas auf.

Die Zisterzienser

Prägend für die Mark Brandenburg waren die Zisterzienser, durch ihre Gründungen von Lehnin und Chorin. Sie waren die primären Kolonisatoren!

Der Benediktinerorden ist wohl weitaus älter, hatte jedoch eine anderen Zielrichtung als die späteren Reformorden. Er wurde von Benedikt von Nursa in Süditalien gegründet. Bekannt ist auch das Gründungskloster Monte Cassino, welches im Zweiten Weltkrieg eine so tragische Rolle spielte.

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Dobbrikow & seine Geschichte Teil (6)

 Dobbrikow Fastengeschichte

Autor Herbert Giesecke

Dobbrikow die Entwicklung der Städte

Es ist  die Zeit, in der die Städte in Brandenburg immer mehr Bedeutung erlangten. Eine dieser Städte ist z.B. Jüterbog, unweit von Dobbrikow.
Während in der Antike die Stadt eine häufig vorkommende Siedlungsform war, so hat sie doch in der Völkerwanderungszeit ziemlich an Bedeutung verloren. Besonders im Gebiet nördlich der Alpen. Hier bei uns in Brandenburg, besonders im Fläming, waren Dörfer und Streuansiedlungen bevorzugte Siedlungsformen.
Allerdings bildeten sich auch hier die ersten Städte heraus. Während sie in anderen Gegenden häufig im Schutze einer Burg oder in der Nähe eines Flusses heranwuchsen, war es hier hauptsächlich einer günstigen Lage, an einer Handelsstraße, geschuldet.
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Dobbrikow & seine Geschichte Teil (5)

Dobbrikow fasten Kirche

Dobbrikow Kirche

Bei Dobbrikow Fasten,

wenn wir uns heute zum Fasten vor den Toren Berlins/Potsdams in Dobbrikow treffen, so ist dieses Fasten ein individueller Vorgang um etwas für Körper Geist und Seele zu tun. Wir wohnen im Haus „Lebensquelle“. Von dort aus starten wir unsere Fasten – Wanderungen um Dobbrikow und in die Geschichte.

Welche streng vorgeschriebene Bußübung das Fasten im Mittelalter gewesen ist, kann heute mit Zahlen und Fakten belegt werden.

„Das Fasten war früher als Kirchengebot nicht freiwillig!“ Es war eher eine strikt regulierte Übung. Jeder Gläubige des Mittelalters musste ihr nachkommen. Wollte er nicht abseits der Gemeinschaft stehen und sein Seelenheil aufs Spiel setzen, so tat er es.

Dobbrikow Fasten – heute?

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Dobbrikow & seine Geschichte (4)

Fasten in Dobbrikow Ausflug Kloster Zinna

Kloster Zinna

Fasten in Dobbrikow –  hier ein Besuch zum
Kloster Zinna im Nuthe-Urstromtal

Wer heute, statt des Fastens, eine Feinschmeckerreise durch Burgund machen möchte und darüber hinaus auch noch kulturelle und historische Interessen hat, möchte vielleicht auch das aus dem Mittelalter bekannte Kloster Citeaux besichtigen. Umso größer ist aber die Enttäuschung angesichts der Überreste eines der größten alten Klosteranlagen. Während der französischen Revolution wurde die Abtei zum großen Teil zerstört.

Was hat jedoch dies alles mit unserem kleinen Gebiet des Flämings in Brandenburg zu tun?
Hier von Citeaux aus breitete sich beginnend um das Jahr 1100 eine klösterliche Reformbewegung aus, die etwas 25 Jahre später auch die Deutschen Lande erreichte. Ebrach im Odenwald, Maulbronn in Württemberg und Altenberg im Rheinland waren bekannte Abteien.
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Dobbrikow & seine Geschichte (3)

Dobbrikow und seine GeschichteDobbrikow Fasten und die Geschichte erforschen

Ab den sächsischen Königen im 10. Jahrhundert (u.a. Heinrich I und Otto der Große) bildete sich langsam für den östlichen Teil des ehemaligen Frankenreichs der Begriff des Deutschen heraus.

Und in dieser Zeit mit einer stark wachsenden Bevölkerung wurde immer mehr neues bewohnbares Gebiet geschaffen. Der Wald wurde urbar gemacht, dass heißt er wurde gerodet. Und so deuten die Ortsnamen Wernigerode, Gernrode, Elbingerode auf diese Epoche hin, im Unterschied zu den Ortsnamen im Harzvorland mit der Endung -leben, wie z.B. Oschersleben, Hötensleben, Dedeleben, Aschersleben.

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Dobbrikow & seine Geschichte (2)

Dobbrikow -Flääming Kirche

Dobbrikow-Fläming Kirche

Dobbrikow – Fläming

In die zum Zeitpunkt des frühen Mittelalters nur dünn besiedelten Gebiete drangen langsam von Osten herkommende slawische Stämme ein. Diese Stämme wurden im Laufe der Zeit unter den Oberbegriff Wenden zusammengefasst. Man weiß nicht viel von diesen Wenden, aber kaum etwas von ihnen selbst, sondern nur aus Berichten ihrer westlichen Nachbarn.

Außerdem stellt das frühe (dunkle) Mittelalter im Vergleich zu anderen Epochen eine doch schwach erforschte Zeit da, so dass vor einiger Zeit das (wohl nicht ernst zunehmende) Gerücht entstand, diese Zeit habe gar nicht stattgefunden.

Auch wechselte die Einschätzung der Wenden aus deutscher Sicht des öfteren. Die national-germanische Betrachtung des 19. Jahrhundert sah diese Stämme negativer als die Geschichtsschreibung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Allerdings rühmte schon Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg im Band Havelland die Tapferkeit und Gastfreundschaft dieser Stämme.

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Dobbrikow & seine Geschichte (1)

Dobbrikow - Fasten - Wandern

Fastenwanderung zum Riebener See

Dobbrikow – Fasten mit Elke

…wie war es hier früher? Ein wenig Geschichte, im Großen und im Kleinen.

Wenn es um die alten Germanen geht, die zur Zeit nach Christi im Fläming lebten, ist und bleibt Tacitus die wichtigste Quelle. Hier befindet sich das Gebiet vom heutigen Dobbrikow.
Wir Deutsche müssen dankbar sein, das er uns Aufhellung gab für eine Zeit, aus der praktisch für unser Lebensgebiet keine schriftlichen Information vorhanden sind.

Tacitus erwähnte bei der Auflistung der germanischen Stämme als Gruppierung der Elbgermanen die Semnonen, als einen der angesehensten Stämme. Dieser Stamm lebte bis zur Zeit der Völkerwanderung östlich der Elbe, als Teil der suebischen Stämme.
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Dobbrikower Weinberg

Fasten und Wandern in Dobbrikow… oder der Weinberg mit Weitblick bietet als aufragende Endmoränenkuppe aus der letzten Eiszeit einen herrlichen Ausblick. Im Mittelalter machten sich die Zinnaer Zisterziensermönche die Anhöhe zu Nutze und betrieben hier Weinbau auf terrassierten Hängen. Am südlichen Fußpunkt des Berges befand sich die Weinmeisterei mit mehreren Gebäuden. Reste ehemaliger Weinpflanzungen sind bis heute erhalten.
An den südseitigen Offenflächen des 72 Meter hohen Berges gedeihen kalkreiche Sandtrockenrasen. Eine solche Ausprägung mit einer Vielzahl charakteristischer Pflanzenarten ist im europäischen Maßstab sehr selten und erhaltenswert. Deshalb wurde der Dobbrikower Weinberg als Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat- (FFH)-Richtlinie der Europäischen Union gemeldet.

Wer mehr wissen möchte zum Weinbau in dieser dafür ungewöhnlichen Gegend, hier entlang >>

Der Dobbrikower Weinberg

Historischer Weinanbau in Dobbrikow

Das Nuthe-Urstromtal vor den Toren Berlins

Fastenwandern im Nuthe-Urstromtal

Die Landschaft

Das stark bewegte Geländerelief und die kleinräumig wechselnden Strukturen um Dobbrikow wurden durch das Wirken eiszeitlicher Kräfte geprägt. Die Anhöhen bilden Endmoränen, die zum Ende eines Inlandeisvorstoßes an der Gletscherstirn angehäuft wurden. Die feuchten Niederungen sind Ausläufer des Baruther Urstromtals, durch das einstmals die Schmelzwasserströme abtauender Gletscher flossen. Große Restblöcke an Toteis ließen nach dem verzögerten Abtauen mehrere Seebecken entstehen. Auf der gegenüber den Niederungen nur leicht ansteigenden Dobbrikower Grundmoränen-Platte stocken heute zumeist Kiefern.

Der Ort

Bodenfunde aus der Jungsteinzeit belegen für die Ortslage Dobbrikow eine mehr als sechstausendjährige Siedlungsgeschichte. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich 1221. Der Ort gehörte von 1157 bis 1307 den Rittern von Trebbin, die zum Gefolge des Erzbischofs von Magdeburg gehörten. In dieser Zeit wurde von 1184 bis 1194 die Kirche erbaut. Ab 1308 dann gehörte der Ort zum Kloster Zinna. Die Klosterherrschaft endete in der Reformationszeit um 1547. Die Ortsbezeichnung Dobbrikow ist westslawischen Ursprungs. „Guter Ort“ oder „gut versteckt“ sind zwei verschiedene, aber gleichwohl nahe liegende Deutungsmöglichkeiten, die für den Ortsnamen ausgeführt werden.

Seen wie Sand am Meer

Dobbrikow wird auch der „Sieben-Seen-Ort“ genannt“. Beim Abtauen weichsel-eiszeitlicher Gletscher vor ca. 12.000 Jahren blieben hier mehrere Toteisblöcke liegen, die übersandet wurden, später austauten und  Hohlformen zurück ließen. Diese Senken füllten sich mit Wasser und erfreuen heute als Glienick- und Bauernsee, Vorder-, Hinter- und Teufelssee vor allem Badegäste und Angler. Der Stabelsee ist bereits völlig verlandet und auch der Baasee war schon verschwunden. Über Wasserrückhaltemaßnahmen in der Pfeffergrabenniederung wurde er erfolgreich wieder vernässt.